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Förderung von Ökolandbau zur Förderung von Nahrungsmittelsicherheit, Schutz der natürlichen Ressourcen, Gesundheit und Einkommenserzeugung vom 27. Oktober bis 9. September 2004, Kumasi - Ghana
Unter der Förderung der deutschen Regierung, Zentrum für Ernährung und Landwirtschaft (ZEL) der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE), in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum Nord-Süd Dialog (ICNSD) und der Landesgruppe Uganda des "Network for Ecofarming in Africa" (NECOFA), wurde ein internationaler Follow-up Workshop mit dem Titel „Förderung von Ökolandbau für Nahrungsmittelsicherheit, Schutz der natürlichen Ressourcen, Gesundheit und Einkommenserzeugung“ durchgeführt, der eine Kritische Analyse der Situation in Afrika zum Ziel hatte.
Delegierte von dreizehn afrikanischen Nationen nahmen an dem zweiwöchigen Workshop teil. Neben dem thematischen Programm waren auch Exkursionen vorgesehen. Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb Asare Farms LTD, eine Agroforestry-Farm wurde auch Kakum, ein Nationalpark, und Elmina, ein historisches Schloss, besucht.
Zu dem Workshop waren 26 Fachleute eingeladen und kamen aus Kamerun, Äthiopien, Ghana, Kenia, Nigeria, Südafrika, Uganda, Tansania, Sambia, Namibia, Benin, Sudan und Malawi, die bei Regierungs- und nichtstaatlichen Organisationen arbeiten, die in landwirtschaftlicher Entwicklung, Planung, Forschung, Ausbildung und Beratung tätig sind. Herr Hartmut Gast von der DSE und Dr. Sahle Tesfai. (Internationaler Koordinator von NECOFA), beide aus Deutschland, leiteten den Workshop.
Herr Arnest Nabihamba, Umweltbeauftragter der Stadt Jinja, trug mit seinen Beiträgen auch wesentlich zum Gelingen des Workshops bei und hob einige der Erfahrungen des Landes beim Ecofarming während der Eröffnungssitzung hervor.
Die Förderung von Ökologischer Landwirtschaft zur Förderung der Nahrungsmittelsicherheit, des Schutz der natürlichen Ressourcen, Gesundheit und Einkommen in Afrika schloss sich thematisch an die Workshops, von Äthiopien im November 1998, Kamerun 2000 und Ghana2002 an. In Äthiopien wurde die Idee von der Gründung eines Afrikaweit agierenden Netzwerks für Fachleute des Ökologischen Landbaus geboren. Es hat das Ziel den Ökologischen Landbau als Möglichkeit zur landwirtschaftlichen Entwicklung in Afrika zu unterstützen und zu fördern. Deshalb wurde NECOFA- "Network for Ecofarming in Africa" gegründet und hat heute schon 13 Landesgruppen und weitere Interessierte in anderen afrikanischen Ländern.
Die folgenden wichtigen Beiträge wurden während des Workshops vorgestellt:
1. GMO – Prof. E.V. Quaye, Abteilung der molekularen Biologie und Biotechnologie, Universität der Kap-Küste, Ghana
2. Nahrungsmittelsicherheit - Roland Bündel
3. Marketing und Zertifizierung der organischen Produkte in Äthiopien - Asfaw Tihune
4. Marketing und Zertifizierung der organischen Produkte - Birgit Wilhelm, Naturland International
5. Nahrungsmittelsicherheit und -gesundheit durch Fr. Abenaa Akuamoa - Boateng
6. Informationsmanagement - Dr. S. Tesfai Inter. Koordinator
7. Marketing der organischen Produkte in Kamerun: Frisches Obst und Gemüse - Ndjomguem T.C., Direktor „Save the Nature“
8. Marketing und Bescheinigung der organischen Produkte in Tanzania - Mdanku Idd
9. Einbeziehung der Jugend in den Ökologischen Landbau in Kenia – Hr. Muhunyu und Fr. Muia
10. Die Rolle indigener Futterbäume und -sträucher in Smallholder- Milchwirtschaftsystemen in Uganda- Fr. J. Kabirizi
11. Reaktion von Yam bei der Verwendung organischen Düngemittels – Hr. E.O. Ogungbe
12. Beikrautregulierung bei einem Mais/Cassava-Intercropping-System im Ogun State, Nigeria - O.A. Ogunremi
13. Holzasche als organische Schädlingsbekämpfungsmittel für eine umweltfreundliche Produktion von Nahrungsmittelgetreide in Kamerun – C.P. Ndjomguem-Tuma
14. Länderberichte
Durch die Arbeit von NECOFA während der Workshops 1998 in Äthiopien und der Follow-up Workshops in Kamerun 2000 und Uganda 2002, haben viele Mitglieder verschiedene Verfahren des Ökologischen Landbaus in der Praxis ausprobiert und verbessert. Bei diesem Prozess haben sie eine Anzahl von wichtigen neuen Technologien und Strategien entdeckt, die auch zur eigenen afrikanischen Landwirtschaft passen. Diese Technologien wurden teilweise vorher bereits erfolgreich in Lateinamerika, Asien oder anderen afrikanischen Staaten angewendet. Die Anwendung der Verfahren zeigte deutlich, dass der Ökologische Landbau mindestens genauso produktiv ist, wenn nicht produktiver, als konventionelle Wirtschaftsweisen in Afrika.
Diese erfolgreichen Erfahrungen wurden als grundlegende technische Informationen auf dem Workshop in Ghana - Kumansi zur Verfügung gestellt. Das Leistungsniveau des so genannten modernen oder konventionellen Landbaus beruht auf einem hohen und in zunehmendem Maße kostspieligen Input, wie chemische Düngemittel und giftige Schädlingsbekämpfungsmittel. Der Ökolandbau setzt dagegen Technologien ein, die auf lokale Betriebsmittel basieren, die den Boden befruchten oder Beikräuter regulieren. Ebenso finden Naturprodukte des Neem Baum oder Kuhurin Anwendung, die Insektenbefall und Krankheiten steuern können. Diese lokalen, nachhaltigen und ökonomisch sinnvollen Technologien basieren auf intensiver Forschungsarbeit, die weltweit in den letzten 20 Jahren das Wissen der Landwirte bei Berücksichtigung ihrer eigenen Weise des Experimentierens zu erweitern sucht.
Die Ökolandwirtschaft erlaubt den Landwirten, ihre natürlichen Ressourcen im Gleichgewicht zu halten und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Durch die Anwendung von Technologien des Ökolandbaus können sogar große Bereiche des Ödlands Afrikas mit überraschend niedrigen Kosten wieder unter eine intensivere Bewirtschaftung genommen werden. Diese Technologien schließen den Gebrauch von Tierdüngemitteln aber auch Gründüngung oder die Beikrautregulierung durch Cover-Crops ein. Des Weiteren kann mittels einer guten Fruchtfolgeplanung die Bodenfruchtbarkeit erhalten und die Bodenfeuchte optimal genutzt werden. Das Bewirtschaften der Landwirtschaftlichen Nutzflächen entlang der Konturlinien an Hanglagen als Beitrag zur Verringerung der Erosion, die Verwendung von lokal und aus Naturprodukten hergestellten Pflanzenstärkungsmitteln, die Nutzung von Wasserfangeinrichtungen zur Gewährleistung von durchgängiger Bewässerung der Kulturen und weitere landwirtschaftliche oder kommunale Entwicklungen sind Beiträge der Ökologischen Landwirtschaft.
Die Ökolandwirtschaft befürwortet Beratungsansätze mit hohem partizipatorischem Aspekt, wie etwa das „Landwirt zu Landwirt“- Training und andere partizipatorische Technologieentwicklungen, wodurch die Dorflandwirte ihre eigenen technologischen Innovationen entwickeln können.
Der Erfolg der Erfahrungen von den Asari Farms, sowie die der Workshop- Teilnehmer aus den jeweiligen Nationen konnten dies bestätigen. Dies vervollständigt das Bild, dass die Ökolandwirtschaft eine entwicklungsfähige und extrem wichtige Möglichkeit für Afrikas Nahrungsmittelproduktion darstellt und dies zu Kosten, die dem Input von traditionellen Produktionsmethoden ähnelt. Die Teilnehmer des Workshops, ausgestattet mit diesen zusätzlichen technologischen Informationen, fahren fort diese wichtige Alternative für Afrika auf dem gesamten Kontinent durch das Netzwerk NECOFA aktiv zu fördern.
Begründet durch eigene Erfahrungen auf den Betrieben und in den Projekten verschiedener Organisationen, aber auch durch die auf dem Workshop gemeinsamen erarbeiteten Informationen sind die Teilnehmer überzeugt, dass die Ökolandwirtschaft die modernste, bequemste und nachhaltigste Weise des Bewirtschaftens ist und damit, bei einer deutlichen Verringerung der Risiken und Kosten, einen großen Beitrag zur Nahrungsmittelsicherheit liefert.
Die Resultate des Workshops schlossen die Sensibilisierung der Teilnehmer für ökolandwirtschaftliche Konzepte, die Einbeziehung des Ökolandbaus in vorhandene Bewirtschaftungssysteme und funktionsfähige Strategien und Methoden für die Anwendung/Beratung von ökologischen Technologien in Afrika ein.
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